Bezahlbarer Wohnraum wird in Seelze zunehmend knapper. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen, Familien und Alleinerziehende haben immer größere Schwierigkeiten, eine passende Wohnung zu finden. Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Seelze haben deshalb einen gemeinsamen Antrag zur Stärkung und zum Ausbau des sozialen Wohnungsbaus eingebracht.
Unsere Ziele
Mit dem Antrag sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um dauerhaft und langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum in Seelze zu schaffen. Konkret fordern wir:
- die Erarbeitung eines kommunalen Konzepts zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus,
- einen verbindlichen Anteil von 30 Prozent sozialem Wohnungsbau bei zukünftigen Bauleitplanungen,
- die Bereitstellung von bis zu einer Million Euro im Haushalt 2027,
- die aktive Nutzung kommunaler Grundstücke (z. B. über Verkauf oder Erbpacht) für den sozialen Wohnungsbau,
- den Ausbau von Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften,
- sowie die konsequente Nutzung von Förderprogrammen von Bund, Land und Region.
Einbettung in die Förderstrategie der Region Hannover
Unser Antrag steht in engem Zusammenhang mit der neuen Förderinitiative der Region Hannover 2026. Die Region hat ihre wohnungspolitischen Instrumente deutlich ausgeweitet, um den Bau bezahlbarer Wohnungen wieder zu beschleunigen. Kommunen sollen künftig stärker bei Planung, Konzeptentwicklung und Finanzierung unterstützt werden. Erstmals wird auch der kommunale Erwerb und die Bereitstellung von Grundstücken für sozialen Wohnungsbau gezielt gefördert, ebenso wie zusätzliche Zuschüsse für Investoren in Kombination mit der Landesförderung.
Wir sind überzeugt: Wenn regionale Förderinstrumente und kommunales Engagement ineinandergreifen, kann sozialer Wohnungsbau wieder spürbar vorankommen. Mit unserem Antrag wollen wir sicherstellen, dass Seelze diese neuen Möglichkeiten entschlossen nutzt.
Warum Handeln jetzt nötig ist
Die Mieten steigen, während das Angebot an preisgünstigen Wohnungen weiter sinkt. Der bisher in Seelze vorgesehene Anteil von zehn Prozent sozialem Wohnungsbau liegt deutlich unter dem Niveau vieler anderer Kommunen in der Region. Um soziale Durchmischung zu sichern und Wohnen bezahlbar zu halten, braucht es deshalb klare Quoten, eine aktive Politik und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen.
Mit unserem Antrag setzen wir ein klares Zeichen: Bezahlbares Wohnen ist eine zentrale soziale Aufgabe – auch und gerade auf kommunaler Ebene.