32. Grünes Frühstück: Seelze - Verkehr

  • Veröffentlicht am: 3. November 2019 - 15:33
Teilnehmer des 32. Grünen Frühstücks
Einige TeilnehmerInnen des 32. Grünen Frühstücks

Der Obentrautsaal der Bürgerstuben, auf die das Grüne Frühstück aus Raumgründen ausweichen musste, hätte nicht kleiner sein dürfen. Er war bis zum letzten Platz besetzt.

Zu Beginn galt es die Erkenntnisse nach dem letzten Grünen Frühstück zu bewerten und dann das Thema „VerkehrsteilnehmerInnen in Seelze“ gemeinsam weiter zu entwickeln.

Da es schon beim letzten Grünen Frühstück und auch bei den sich daraus ergebenen Aktionen zeigte, es gibt Unsicherheiten über Rechte und Pflichten einer Regionalstraße wie der Hannoversche Straße, war die Region  um Teilnahme gebeten worden. Dazu kam es leider nicht. Die Einladung wird zum nächsten Grünen Frühstück wiederholt.

Die Verwaltung der Stadt Seelze nimmt ja grundsätzlich nicht am Grünen Frühstück teil. Sie war auch gebeten worden, an zwei Ortsterminen in Folge des letzten Grünen Frühstücks teilzunehmen hatte, dieses aber ebenfalls abgelehnt. So erhielt die Stadt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse aus dem 31. Grünen Frühstück und dem „Stadtrundgang der Rollstuhl/Rollatoren-Fahrer. Ebenso erhielt die Stadt Anfragen und Anträge zu wichtigen Erkenntnissen.

Die Reaktion wurde beim 32. Grünen Frühstück vorgetragen und besprochen.

Einzelne Punkte hieraus:

  • Überweg Göxer Landstraße. Hier ist die Notwendigkeit einer Ampelanlage erkannt. Es ist eine Landesstraße. Eine Veränderung soll „je nach Mittelverfügbarkeit“ so bald wie möglich erfolgen. Eine schriftliche Zusage über den genauen Bauzeitraum hat die Verwaltung nicht.
    • Hier wird also nachzufassen sein.
    • Wegen einer Information von anderer Seite, dass hier Bewegung in der Sache ist, wurde auf einen Ortstermin verzichtet. Damit verbunden sollte auch ein anderes Verkehrsproblem in der Ulmenstraße/Ecke Weizenkamp geklärt werden. Dieser Punkt ist seitens der Grünen noch nicht erledigt.
  • Der Rollstuhlrundgang hatte ergeben, dass die neue Asphalt-Decke auf der Hannoversche Straße durch eine zu hohe Karte eine Stolperfalle war. Hier ist Abhilfe geschaffen worden und abgefräst worden.
  • Rampe und Behindertentoilette am Sozialen Haus. Hier wurde für die Schräge ein Geländer gefordert. Die Stadt sieht hier keinen Handlungsbedarf. Der Eingangsbereich der bisher nicht gekennzeichneten Behindertentoilette war nach dem 31. Grünen Frühstück in einem Antrag gemündet. Zu diesem Punkt scheint es die Erkenntnis für einen Änderungsbedarf zu geben.
    • Wegen des Geländers bleibt der harte Protest von Menschen mit Behinderung bestehen. Hier ist nachzuhaken.
  • Bordsteinabsenkungen in der Hannoversche Straße, der Kantstraße, der Schillerstraße. Hier wird seitens der Verwaltung argumentiert, dass es sich um Absenkungen für Fahrradfahrer handelt. Es ist anzumerken, dass dieses nur durch den Stadtrundgang erkannte Beispiele sind. Ähnliche Situationen gibt es sicher stadtweit. Hier argumentiert die Verwaltung außerdem, dass der Straßenbestand nach Möglichkeit angepasst werden soll, jedoch „(Zitat) dann reichen oftmals die finanziellen Mittel der Straßenunterhaltung nicht aus, vor allem dann nicht, wenn dafür an anderer Stelle eingespart werden müsste.“  - Hier gab es mehr als ein Murren beim 32. Grünen Frühstück und es kamen sofort die mit dem Umbau des zweiten Teilabschnittes der Hannoversche Straße geplanten zusätzlichen Parkplätze und deren Kosten ins Gespräch.
    • Hier ist ein zweiter Versuch zu unternehmen, der Verwaltung die konkrete Problematik vorzuführen. Rollstuhlfahrer haben sich angeboten, dieses nach einer Organisation durch die Veranstalter des Grünen Frühstücks gern zu tun.

Nun war es an der Zeit, die Radtour durch das Zentrum zu bewerten. Wie auch der Rollstuhlrundgang hatte im Gegensatz zur Verwaltung sich hierzu die Polizei eingefunden. Einen Teil der Rollstuhltour hatte sie sogar begleitet. Bei der Fahrradtour wurde vorab noch einmal ausführlich über die Recht und Pflichten insbesondere der RadfahrerInnen gesprochen. Es bestätigte sich wieder einmal, dass eine große Unsicherheit besteht, wer wann Straßen und Bürgersteige benutzen kann. (Anmerkung: auf der Wunstorfer Seite der Heimatzeitung der HAZ ist am 2. Oktober 2019 eine ganze Seite mit Rechten und Pflichten der RadfahrerInnen erschienen. Es wäre hilfreich, wenn dieses noch einmal für Seelzer erfolgen und vielleicht auch von der weiteren Presse übernommen werden würde.) Die Strecke startete am Alter Krug entlang der Hannoversche Straße bis zur Bremer Straße. Dieser wurde bis zur Kreuzung Brüggefeld/Garbsener Landstraße gefolgt, links abgebogen, um dann wiederum links abbiegend der Hannoversche Straße bis zum aldi-Markt zu folgen. Dann ging es von dort zurück zum alter Krug. Alle TeilnehmerInnen hatten eine sogenannte Poolnudel am Rad befestigt. Ein Teil der Strecke wurde gemeinsam, geschlossen gefahren, ein weiterer Teil in Zweier-Gruppen.

  • Es gibt die klare Erkenntnis, dass große Angst beim Befahren dieser Strecke herrscht. Man fühlt sich nicht sicher. (Beobachtendes Publikum äußerte sich mehrfach, man wäre schon beim alten Zustand der Straße hier nur im Notfall gefahren, seit der Asphaltierung und damit Abschaffung des damaligen „Schutzstreifens“ würde man das Rad stehen lassen,). Das Teilen der Straße und des Bürgersteiges wird als Kampf angesehen, bei dem es nur Verlierer gibt.
    • Es gab dann mehrere Vorschläge, denen nachzugehen ist:
      • 30 km- ist zur Zeit nur bis zum Obentraut-Denkmal und unbedingt bis zum Aldi-Markt zu verlängern.
      • Fußgängern muss die Gelegenheit gegeben werden, die Strecke bis zum Tankstelle auf beiden Straßenseiten zu begehen. Es fehlt eine Überquerung.
      • Es muss auf der Hannoversche Straße und deren Verlängerung einen roten Streifen geben. Dieses hat Signalwirkung für die Autofahrer. (Diese müssen allerdings auch darauf hingewiesen werden, was dieses für ihr Fahrverhalten bedeutet.)
      • Es sollte geprüft werden, ob man die Hannoversche Straße nicht zur Einbahnstraße macht und damit allen VerkehrsteilnehmerInnen mehr Sicherheit gibt.
      • In Letter sollte ein Modell-projekt gestartet werden: Alle den geteilten Fuß-/Radweg kennzeichnenden Schilder werden entfernt. Damit können Radfahrer wahlweise den Fußweg oder die Straße benutzen. Das fordert für alle mehr miteinander und weniger Unsicherheit, wer was darf.

Es soll im Frühjahr 2020 weitere Aktionen für ein neues Miteinander auf Straße und Fußweg gemacht werden, denn lange wurde wieder über das Grundproblem, dass immer nur an die Priorität des Autoverkehrs weniger an die Bedürfnisse der Fußgänger und des stärker werdenden Radverkehrs gedacht wird, gesprochen. Ein neues Miteinander muss gesucht werden. Darüber bestand Einigkeit.

Welche Aktionen 2020 folgen werden, wird spätestens beim nächsten, dem 33. Grünen Frühstück am 1. Februar 2020 besprochen. Bis dahin wird es Informationen über den Fortgang der Themen auf den Grünen Seiten geben.

Es wurde, auch auf der Straße noch lange weiter diskutiert.