Ein Erlebnisbericht - 27. Grünes Frühstück: Mit dem E-Mobil in Seelze

  • Veröffentlicht am: 12. September 2017 - 14:24
Besichtigung und Diskussion nach dem Frühstück

Das 27. Grüne Frühstück startete ungewöhnlich. Normalerweise gibt es zuerst eine Information, was aus den Themen der letzten Veranstaltungen geworden ist. „Radfahren in Seelze“ – dieses Thema hat sich als so umfangreich erwiesen und es gibt so viel zu berichten, dass dieses zurück gestellt wird und dafür extra das nächste – 28. Grüne Frühstück – wieder mit dem Thema „Radfahren in Seelze“ am 4. November von 10-12 Uhr im Saal Flügels dienen wird.

Auch auf einen Bericht aus Rat und Ortsräten wurde wegen der Komplexität des heutigen themas „ Klimaschutz – was kann ich persönlich dafür tun“ verzichtet.

Und diese Entscheidung erwies sich als richtig. Nur sehr kurz stand das E-Bike, der E-Roller oder auch die neueste Entwicklung der E-Traktor im Mittelpunkt. Den vor dem Haus abgestellten E-Autos und allen Fragen darum galt das Interesse. Wie ist das mit der Reichweite? Ludwig Brokering fährt seit längerer Zeit ein E-Auto und nahm die Angst, man könnte für den normalen Gebrauch in der Region nicht genug Leistung haben. Ein wenig Erstaunen löste die Tatsache aus, dass es für E-Autos schon einen Gebrauchtwagen-Markt gibt. Frank Glaubitz war mit einer neueren Ausfertig des gleichen Fahrzeugs da und konnte aus Erfahrung sagen, dass die Reichweite bei der neueren Generation durchaus sich verdoppelt hat. Die Reichweite ist  also schon deswegen nicht über zu bewerten. Statistiken sagen – so brachte die Moderatorin Evelyn Werner ein – das bislang nur ca. 4% der E-Autos täglich mehr als  160 km fahren.

Gestreift wurden auch Themen wie: Welche Werkstatt macht eine Inspektion?  Wichtig wurde aber auch: Wo finde ich Tanksteckdosen? Da wurde sofort nach Tankmöglichkeiten in Seelze gefragt. Frank Glaubitz von Avacon berichtete das dazu ein Angebot seines Unternehmens seit Juni 2017 im Rathaus vorliegt. Es wurde ergänzt, dass es unabhängig davon einen Antrag der Grünen für eine Strom-Zapf-Säule eingereicht wurde. Es könnte als in Kürze eine Tankmöglichkeit geben. Aber hier gab es viele weitere Ideen der Besucher dieses Frühstücks: Warum keine Tanksäule auf den Parkplätzen der großen Einkaufsmärkte zwischen Seelze und Letter? Warum bei großen Unternehmen wie Honeywell oder denen in Letter-Süd, Seelze-Süd kein Angebot der Unternehmen für ihre ArbeitnehmerInnen – tanken während gearbeitet wird? Ein toller Nebeneffekt: Bislang ist der Strom, den Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen würden, kein geldwerter Vorteil!

Und zu Hause? Wie tankt jemand, der in einem Mehrfamilienhaus wohnt? Kann ich Strom, den ich selbst erzeuge, auch für meine Ladestation nutzen? Hier konnte Ludwig Brokering ebenfalls eigene Erfahrung einbringen. Er erzeugt auf dem Dach seines Hauses Strom mit dem er sein E-Auto speist – der Kreislauf ist hier also perfekt.

So war man schnell bei Speichermöglichkeiten und auch dem Recycling. Hier gibt es mehrere Entwicklungen. Die Batterien bestehen – so berichtete Roland Panter (Bundestagskandidat der Grünen und wie andere Gast der Veranstaltung) – zu einem wesentlichen Teil aus wieder verwendbarem Material, an Wiederverwendung und Recycling wird ebenso gearbeitet, wie an der Weiterentwicklung. Immerhin gibt es schon Fahrzeughersteller, die Autos mit höheren Reichweiten und bereits mit Schnelladefunktion fahren – Tesla. Ralf Marter von den Grünen in Seelze brachte auch die Widersprüchlichkeit  ein, dass politisch noch immer gegen Nachtspeicher gearbeitet würde, diese Technik aber auch die Möglichkeit eröffnen würde, „Stromspitzen“ abzubauen und für Verbraucher preislich günstige Zeiten zur Stromnutzung zu verwenden. Frank Glaubitz – Avacon – brachte hierzu ein, dass jede Entwicklung in zu E-Mobilität auch ein Thema für den Netzausbau ist. Er brachte ein, dass hier das Modell der Kosten für den Netzausbau nicht mehr zukunftsfähig ist. Er erwähnte aber auch, dass in der Fläche – wo gerade Avacon tätig ist – die Anforderungen oft andere sind, als in der Großstadt. Hier gab es auch den Hinweis, dass ein Blick auf den bislang genutzten Stromtarif nicht nur die Erkenntnis bringt: Nutze ich Strom aus regenerativer Energieerzeugung? Es gibt auch Tarife, die zeitflexibel sind.

Nur sehr kurz gestreift wurde die Möglichkeit, Klimaschutz im Haushalt im Auge zu haben. Aber zum Erstaunen einiger Frühstücker kam noch ein Hinweis von Ralf Marter: Nutzen Sie schon statt Google die Suchmaschine „Ecosia“? Die Fragezeichen standen in den Gesichtern. Die Auflösung: Ecosia ist die Suchmaschine, die mit ihren Werbeeinnahmen Bäume pflanzt.

Die Diskussion hätte noch lange angeregt weiter gehen können. Aber nun ging es zu den Fahrzeugen und es blieb nicht beim Probesitzen, Betrachten der Stromstecker und dem Blick unter die Motorhaube. Es wurde auch hier weiter diskutiert und – es wurde so manche Proberunde gedreht. Nur sehr langsam löste sich die Frühstücksrunde auf.